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Mike Jucker von Jucker Hawaii im Exklusivinterview

Mike Jucker auf der Straße mit Regenbogen im Hintergrund

Wir haben Mike Jucker von Jucker Hawaii interviewt.

Hier erfährst du, warum Jucker Hawaii nie schläft, wie Mike den Longboard Markt sieht, und warum ihn selbst manche Insider für einen PR-Gag halten. Außerdem gibt es Einblicke in seine aktuelle Todo-Liste und einen Blick hinter die Kulissen wie ein Longboard von der Idee bis zum fertigen Produkt entsteht.

Hallo Mike, bitte beschreibe Jucker Hawaii und Deine Rolle im Unternehmen.

Aloha, mein Name ist Mike Jucker. Ich bin Mitgründer und Namensgeber des Labels JUCKER HAWAII.

Meine Rolle im Unternehmen ist sehr vielseitig und hat sich in den letzten Jahren auch immer wieder etwas verändert. Generell bin ich der Manager der Marke und mache das ganze Marketing und PR für uns. Dazu bin ich auch für Gestaltung und Contentmagagemtent zuständig. Ich betreibe unseren Shop auf Maui und mache hier so ziemlich alles von Buchhaltung bis Bodenwischen.

Mike Jucker mit dem Makaha Longboard und Meer im Hintergrund

Jucker Hawaii hat seinen Ursprung im Surfen. Seit wann macht ihr Longboards und wie lange seid ihr im deutschsprachigen Raum tätig?

Das stimmt. Wir haben 2007 angefangen mit Surflabels aus Maui und unserem Onlineshop.

Ich bin Auslandschweizer und komme eigentlich auch dem Skateboarden und Snowboarden, ich verließ meine Heimat mit dem Traum vom Surfen. Wir haben 2009 angefangen Longboards zu machen und waren 2010 mit unseren ersten Brettern auf der ISPO.

Um Deine Person, Mike Jucker, halten sich einige Mythen. Ein Longboardmagazin hat dich das „Phantom der Longboardszene“ genannt. Was treibt Dich an und wie läuft die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Hawaii?

LOL davon habe ich auch schon gehört und es gab auch Leute die behaupteten, dass meine Person nur eine Erfindung ist um die Marke populär zu machen. Da muss ich den Leuten sagen: Wenn ihr das glaubt, dann habt ihr nicht genau auf uns geschaut. Sogar Leute aus der Branche selber glaubten das. Ich habe mich eigentlich von Anfang an immer persönlich um das Label gekümmert, alle Fotos gemacht und als Einmannbetrieb hier auf Maui auch immer gleich selber Model gestanden. Warum dieser Mythos aufkam ist mir etwas schleierhaft, aber ich finde das auch irgendwie ganz witzig im Nachhinein.

Was mich antreibt ist meine Liebe zu Brettsportarten. Seit ich auf einem Skateboard gestanden bin konnte ich eigentlich an nichts Anderes mehr denken. Ich war ein aktiver Snowboarder in den Anfangszeiten in der Schweiz und mich trieb mein Traum vom Surferleben aus der Schweiz heraus. Ich schätze mich unglaublich glücklich, dass ich meinen Traum mit unserer Firma weiterleben lassen kann.

Mein Partner und ich arbeiten sehr gut zusammen, mit den 12 Stundenzeitverschiebung, schläft unsere Firma nie. Ich arbeite so quasi durch die Europäische Nacht hindurch.

Mike Jucker auf der Ramp beim Skaten

Wie siehst Du den Longboard-Markt in Deutschland? Ist der Hype vorbei oder stehen die besten Zeiten noch vor uns?

Ich denke die Branche ist sich einig: Der Hype von 2013 – 2015 hat zu einer Überproduktion geführt und somit zu einer “over stock” Situation bei den Händlern. Dazu sprangen jeder Menge “wanna be’s” mit auf den Zug und haben so geholfen den Markt kaputt zu machen. Ich denke aber das ganze wird sich bereinigen und in Zyklen weiter gehen wie wir es schon bei anderen Trendsportarten gesehen haben.

Mit dem Jucker Hawaii New Hoku habt ihr eines der meistverkauften Longboards in Deutschland im Programm. Welche Boards sind sonst noch Eure Bestseller?

Unsere Makaha Serie ist seit Jahren sehr beliebt, der Bambus cruiser ist echt oft auf den Strassen zu sehen. Auch das Kaimana und Wailani, das wir mit Sonni gemacht haben, sind auch sehr beliebte Bretter. Letzten Endes sind wir stolz auf alle unsere Boards, wir hatten aber um ehrlich zu sein auch ein paar Ladenhüter in den Anfangsjahren die sich gar nicht verkauft haben.

Nimm uns mit in Eure tägliche Arbeit und beschreibe uns grob die Entstehungsgeschichte eines Longboards von der Idee über die Produktentwicklung bis zur Qualitätssicherung.

Mike Jucker im Shop auf Hawaii

Mike Jucker im Shop auf Hawaii

Ich entwickle Boards immer bei mir am Computer. Wir machen Zeichnungen von Shapes und schauen wo der Trend hingeht oder hingehen könnte. Dazu ist es mir immer wichtig das die „Completes“ visuell abgestimmt sind, sprich die Wheels und Achsen auch zu den Graphics passen.

Wir basteln uns dann immer einen Proto-Prototypen und testen den mal ausgiebig. Das passiert auch immer in Zusammenarbeit mit unserem Team in Deutschland. Wenn das ganze passt dann geben wir das in die Produktion und bekommen ein Muster, das wird dann nochmals vermessen und testen. Erst dann geben wir das OK zur Massenproduktion.

Dazu sind unsere Produzenten handverlesen und wir arbeiten nur mit jenen zusammen die uns Top Qualität bieten können. Da sind wir sehr bedacht drauf.

Habt ihr neue Produkte in der Pipeline die du hier exklusiv ankündigen möchtest? Was steht auf der Todo-Liste?

Meine Todo-Liste reicht von hier bis zum Mond aber hier ein kleiner Einblick:

Ich bin ein grosser Fan von Carving und Cruisng weil das einfach gut zum Surfen passt und ich auch hier auf Maui oft so unterwegs bin.

Aktuell arbeite ich gerade an 2 Mini-Cruisern “Maui Style”. Ich verbringe auch viel Zeit bei uns im Skatepark und bin dabei mit den Jungs hier ein paar Skatdecks zu entwerfen. Dazu haben wir auch 2 Dancer mit einer kleinen Factory in Köln lanciert. Wir sind fast fertig mit unserer Achse. Des weiteren haben wir auch Balancetrainer im Programm; unsere Homerider sind sehr beliebt und wir haben hier eine ganze Range von Boards entwickelt. Ich muss ein Fotoshooting machen für den neuen Katalog. Ich muss stets meine Webseite hier überarbeiten, Produktgraphics entwerfen, E-Mails beantworten und ein Magazin machen. Außerdem bin aktiv in der Skate, Surf und SUP Szene mit dabei hier und engagiere mich für viele kleine lokale Projekte hier auf Maui.

Bei uns ticken die Uhren immer und wir hören eigentlich nie auf daran zu denken wie wir innovativ bleiben können. Es geht immer weiter und Skaten oder Surfen muss ich ja auch noch.

Ein letzer Blick hinter die Kulissen: Wo findet die Weihnachtsfeier von Jucker Hawaii statt? Maui/Hawaii oder Hennef/Nordrhein-Westfalen?

Wir feiern die Feste so wie sie fallen. Am liebsten würde ich gerne alle unsere Jungs mal nach Maui bringen aber dafür werden wir noch einiges reissen müssen. Einen Grund zum Feiern finden wir aber immer egal ob wir in Deutschland ode Maui sind.

Mike Jucker, danke für das Interview.

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